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12.03.2017 - Reichlich Edelmetall für die Freistil-Junioren
Deutsche Meisterschaften der Junioren in Michelstadt
Yannick Ott und Tino Rettinger sind Deutsche Meister - Bronze für Hakan Iren und Johannes Deml



Die Medaillengewinner des Hessischen Ringer-Verbandes mit ihren Trainern in Michelstadt. Vorne von links: Hakan Iren, Yannick Ott. Hinten von links: Cheftrainer Jens Gündling, Johannes Deml, Tino Rettinger, Landestrainer Hamid Mohammadi. Fotos: Helmut Gasper
Nicht nur vom Wetter, sondern auch von der Medaillenausbeute war es ein glänzender Sonntagmorgen in der Michelstädter Campus-Halle. Zwei Deutsche Meister und zwei Bronzemedaillen sind die eindrucksvolle Bilanz der Deutschen Meisterschaften der Junioren im freien Stil. Yannick Ott (KSC Hösbach) und Tino Rettinger (RWG Mömbris/Königshofen) holten den Titel, Hakan Iren (KSC Niedernberg) und Johannes Deml (KSC Hösbach) wurden mit Bronze dekoriert. Außergewöhnlich auch, dass alle Finalkämpfe mit hessischer Beteiligung gewonnen wurden. Das brachte am Ende Rang zwei in der Länderwertung hinter Bayern und vor Südbaden ein.

Yannick Ott rang in Michelstadt ein begeisterndes Turnier. Mit unbändigem Offensivgeist ausgestattet, punktete er zunächst seinen Teamkollegen Marvin Rossi (RWG Mömbris/Königshofen) und dann Lukas Kahnt (RSV Greiz) aus. Wenn erforderlich, konnte er auch taktisch klug ringen und das war im Halbfinale gegen Kai Burkon (ASC Bindlach) notwendig. Der 9:6-Punktsieg war aber auch in diesem Kampf zu keiner Zeit in Gefahr. Ein Feuerwerk dann das Finale gegen Justin Müller (AVG Markneukirchen), das der Hösbacher vorzeitig mit 15:4 gewann und als Lohn die Goldmedaille in der Klasse bis 60 kg in Empfang nehmen konnte.

Am höchsten einzustufen der Titelgewinn von Tino Rettinger im Limit bis 66 kg. Rettinger ist noch A-Jugendlicher, der in Michelstadt mit einer Sonderstartgenehmigung von Bundestrainer Jürgen Scheibe auf die Matte ging. In der teilnehmerstärksten Klasse war keiner der Angriffslust des RWG-Athleten gewachsen. Mit unglaublicher Schnelligkeit kämpfte er seine Wertungen heraus und ließ dabei national schon hochdekorierte Ringer wie Jonny Hörner (KSC Graben-Neudorf), Timo Moosmann (KSV Tennenbronn) und Leon Gerstenberger (AB Wurmlingen) alt aussehen. Der Lohn war nicht nur der Gewinn der Meisterschaft sondern auch noch die Auszeichnung als technisch bester Ringer.

Pech für den HRV, dass mit Hakan Iren und Deniz Güvener (TSV Gailbach) zwei Ringer in die oberere Hälfte des Starterfeldes in der Klasse bis 55 kg gelost wurden. So trafen beide in einem der beiden Kämpfe um die beiden Bronzemedaillen aufeinander und am Ende stand nur die Bronzemedaille des siegreichen Hakan Iren in der HRV-Bilanz. Mit etwas mehr Losglück – Start in der unteren Hälfte des Feldes – wäre eine weitere Bronzemedaille für Deniz Güvener drin gewesen.

Mit sehr viel Pech verfehlte Johannes Deml das Finale im Limit bis 84 kg. Im Halbfinale gegen Dimitri Blayvas (KFC Leipzig) stand es Sekunden vor Schluss 4:4, als Deml noch einmal einen erfolgreich scheinenden Angriff startete. Das Kampfgericht sah die Wertung aber nach dem Ende der sechs Minuten. Landestrainer Jens Gündling bemühte den Videobeweis, der aber das gleiche Ergebnis brachte. Da ein negativer Videobeweis mit einem Punktabzug bestraft wird, unterlag Deml mit 4:5. Die Aktion von Landestrainer Gündling war allerdings absolut gerechtfertigt, denn beim Stande von 4:4 hätte Blayvas auch gewonnen, weil Johannes Deml im ersten Durchgang eine Passivitätsverwarnung erhielt. In der zweiten Runde versuchte Blayvas mit aller Macht den durch die Verwarnung erzielten Vorteil zu verteidigen, wurde seinerseits aber nicht für seine Passivität mit einer Verwarnung belegt. Im kleinen Finale zeigte Johannes Deml dann was er drauf hat. Der Hösbacher punktete Sebastian Müller vorzeitig mit 10:0 aus.

Der KSV Michelstadt richtete letztmals 1979 eine Deutsche Meisterschaft aus und deshalb gab es beim Deutschen Ringer-Bund eine gewissen Skepsis die Titelkämpfe in den Odenwald zu vergeben. Das darf abgehakt werden, die Frauen und Männer um den rührigen Vorsitzenden Jürgen Schmidt organisierten eine vielgelobte und ausgezeichnete DM. "Das war hervorragend, das war nicht die letzte DM, die der KSV bekommen hat", lobte HRV-Präsident Toni Kunkel und freute sich schon auf das nächste Jahr, wenn in der repräsentativen Campus-Halle die Hessenmeisterschaften der Männer im freien Stil stattfinden werden.



Yannick Ott (rot) wurde Deutscher Meister in der Klasse bis 60 kg. Der Hösbacher bezwang Justin Müller (AVG Markneukirchen) im Finale mit 15:4.


Tino Rettinger (rot) von der RWG Mömbris/Königshofen besiegte im Finale der Klasse bis 66 kg Leon Gerstenberger (AB Wurmlingen) mit 13:2.


Hakan Iren (rot) gewann das innerhessiche kleine Finale in der Klasse bis 55 kg gegen Deniz Güvener und sicherte sich Bronze.


Bronze auch für Johannes Demel (blau). Der Hösbacher bezwang im kleinen Finale der Klasse bis 84 kg Sebbastian Müller (SV Halle) mit 10:0.


Landestrainer Jens Gündling (links) nahm den Pokal für Platz zwei in der Länderwertung entgegen. Für das siegreiche bayrische Team nahm mit Marcel Fornoff (zweiter von rechts) ein früherer Hessenringer den Pokal entgegen.

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