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16.04.2017 - Interview mit Tino Rettinger
Tino Rettinger, frisch gebackener Deutscher Junioren- und A-Jugend-Meister im Ringen, übers Gewicht machen, sein Erfolgsrezept und große internationale Ziele

Die Kür kam praktisch vor der Pflicht: Mit seinen 16 Jahren ist Tino Rettinger, Freistil-Ringer der RWG Mömbris/Königshofen, eigentlich noch ein A-Jugendlicher. Ehe er vergangenen Samstag und Sonntag Deutscher Meister eben jener A-Jugend wurde, triumphierte er in seiner Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm Anfang März allerdings schon bei den älteren Junioren. Sieben haushoch überlegene Siege bei der A-Jugend und sein Coup bei den Junioren machen Rettinger momentan zu einem von Deutschlands absoluten Toptalenten - sogar über seinen eigenen Jahrgang hinaus.
Im Interview mit dieser Zeitung sprach er, den Landes-Freistil-Trainer Jens Gündling als „technisch stark, extrem fleißig und mit dem Killerinstinkt ausgestattet“ adelt, übers Gewichtmachen, sein Erfolgsrezept und große internationale Ziele in den kommenden Monaten.
Main-Echo: Tino, wie überraschend kamen für Dich die beiden DM-Titel? Was hattest Du Dir für die Turniere jeweils vorgenommen?

Tino Rettinger: Bei den Junioren wollte ich die anderen vor allem ärgern und gegen die älteren Junioren das ein oder andere Pünktchen holen. Dass es dann schon zum Titel gereicht hat, ist natürlich super. Bei der A-Jugend war mir klar, dass ich der große Favorit bin. Als ich dann die Gegner und die Auslosung gesehen habe, habe ich es für möglich gehalten, alle Kämpfe ohne gegnerischen Punkt für mich zu entscheiden. Das hat in allen sieben Kämpfen geklappt. Wären sie über die volle Distanz gegangen, wäre es schon hart geworden. Ich konnte sie aber alle relativ schnell für mich entscheiden.

ME: Was macht Dich derzeit - neben den technischen Fertigkeiten - so stark?

Rettinger: Zu meinem Erfolgsrezept gehört, dass ich mit Jens Gündling und Peter Weisenberger zwei super Trainer habe, mit denen ich im Ringer-Leistungszentrum, wo ich auch Teil der Ringer-Akademie bin, arbeiten kann. Dienstags und freitags gehe ich bei der RWG Mömbris/Königshofen zudem ins Vereinstraining bei Thorsten Dominik. Auch bei internationalen Lehrgängen kann ich von anderen Trainern immer etwas mitnehmen. Ich komme auf neun Trainingseinheiten pro Woche, bin im Leistungszentrum mittags der Erste, der kommt, und abends der Letzte, der geht. Bald bekomme ich wohl den Schlüssel. (lacht)

ME: In welchen Bereichen soll Dich Dein Trainingsfleiß noch weiterbringen?

Rettinger: Ich kann mich in allen Bereichen immer noch steigern. Im Bodenkampf kann ich in der Offensive noch besser werden. Ich versuche, jede Technik, jeden Beinangriff zu automatisieren.

ME: Im Juni stehen die Junioren-Europameisterschaften in Dortmund an, im Juli die Kadetten-EM (Anm. d. Autors: Die Kadetten entsprechen auf internationaler Ebene der A-Jugend auf nationaler Ebene) in Sarajevo. Wo könntest Du starten, was erhoffst Du Dir?

Rettinger: Ich hoffe, bei beiden Europameisterschaften ringen zu können. Für die Kadetten-EM bin ich schon gesetzt, dort ist ganz klar eine Medaille das Ziel. Ich habe die Spitzenleute in meiner Altersklasse schon gesehen und gegen einen der Besten, einen Weißrussen, im vergangenen Jahr nur ganz knapp mit 4:5 verloren. Die Junioren-EM wäre auch deshalb toll, weil sie in Deutschland stattfindet - auch wenn die Gegner dort dann teils Anfang 20 wären. Zur Vorbereitung ringe ich in zwei Wochen den Brandenburg-Cup in Luckenwalde, dann sowohl ein Junioren- und ein Kadetten-Turnier in Bukarest - bei den Kadetten in der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm - und schließlich noch ein Kadetten-Turnier in Polen.

ME: Du sagst, dass Du normalerweise 69 Kilogramm auf die Waage bringst. Bei den Junioren- und A-Jugend-DM bist Du im 63 Kilogramm-Limit angetreten. Ist bei Dir immer Fastenzeit?

Rettinger: Das Gewichtmachen war diesmal tatsächlich extrem hart. Bei der Ernährung ist es einfach wichtig, immer auf die Kleinigkeiten zu achten. Ich trinke viel Wasser statt Cola, esse in der Stadt Gemüse statt einen Döner und verzichte auf das Nutella-Brötchen. Zudem bin ich Hardcore-Saunierer. (lacht erneut) Für die kommende Oberliga-Saison, in der ich weiter für die RWG Mömbris/Königshofen ringen werde, bin ich in der Hinrunde in der Freistil-Klasse bis 66 Kilogramm und in der Rückrunde bis 70 Kilogramm geplant. jed

INFO

Zur Person: Tino Rettinger
Alter: 16
Wohnort: Schweinheim
Verein: RWG Mömbris/Königshofen

Schule/Beruf: Realschule Bessenbach plus Ringer-Akademie Aschaffenburg; ab September Ausbildung zum Bürokaufmann

Erfolge: Deutscher Meister der Junioren (2017), der A-Jugend (2017) und der B-Jugend (2015) sowie Neunter der Kadetten-EM (2016)

Hobbys: Ringen, Fußball-Bundesliga gucken, Freunde treffen

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