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04.07.2018 - Hanna Frotscher greift nach der WM-Medaille
Schaafheimerin will am Donnerstag auf EM-Bronze den nächsten Coup folgen lassen / Nach Sportinternat nun wieder auf Babenhäuser Gymnasium

Der größte Erfolg ihrer Karriere ist erst wenige Wochen her - und doch könnte ihn Hanna Frotscher am Donnerstag und Freitag (5. und 6. Juli) schon wieder toppen: Dann ringt die 17-jährige Schaafheimerin bei den Weltmeisterschaften der Kadettinnen in Zagreb. Nach Kroatien reist die 53-Kilogramm-Athletin mit der Empfehlung von EM-Bronze.
Dabei hatten die Vorzeichen, dass Frotscher bei den Europameisterschaften im mazedonischen Skopje im Mai aufs Podest würde klettern können, nicht allzu gut gestanden. „Die Vorbereitung war alles andere als optimal“, erzählt die Ringerin. „In Wien habe ich meinen Anschlussflug verpasst, bin erst mitten in der Nacht im Hotel angekommen.“ Dort funktionierten zu allem Überfluss die Schlüsselkarten nicht. „Das war ein sehr chaotischer Start“, sagt Frotscher und kann rückblickend darüber lächeln.
Denn die EM der Kadettinnen - in dieser Altersgruppe kämpft die Schaafheimerin 2018 letztmals, ehe im kommenden Jahr der Sprung zu den Juniorinnen ansteht - wird ihr letztlich als äußerst positives Erlebnis in Erinnerung bleiben. Im Achtelfinale hatte sie zunächst die Weißrussin Viktoryia Volk besiegt, beim 4:4-Drama aufgrund der letzten erzielten Wertung die Oberhand behalten. Im Viertelfinale bezwang Frotscher die Rumänin Georgiana Anastasia Copaceanu sicher mit 6:1. Im Habfinale war dann die Russin Amina Tandelova einen Tick zu stark, punktete entscheidet durch einen Achselwurf. Im Bronzekampf besiegte Frotscher wiederum die Norwegerin Julie Amundsen Dlsbotten mit 8:1 und brachte dabei auch ihre Spezialtechnik, den Beinangriff, durch.

Frotscher, die als Sechsjährige mit dem Ringen begann und deren aus Thüringen stammender Vater Frank ebenfalls aktiver Athlet (auch nach dem Umzug nach Schaafheim) war, hatte 2016 als Fünfte EM-Bronze noch knapp verpasst. Bislang stand der DM-Titel bei der weiblichen Jugend vor drei Jahren als Topresultat in der Vita der Schülerin. Die besuchte ob ihres rasch offensichtlich werdenden Talents zweieinhalb Jahre lang das Sportinternat in Jena, machte dabei große Schritte. Inzwischen lebt sie wieder zuhause, besucht in Babenhausen das Bachgau-Gymnasium. „Sie ist auch in der Schule sehr ehrgeizig“, sagt ihr Vater, der sie einst eigentlich gar nicht auf der Matte sehen wollte: „Ich wollte sie ursprünglich zum Trampolinturnen bringen.“

Ex-Weltmeister Rifat Yildiz, Landestrainer des Hessischen Ringer-Verbands und Coach des ASV Schaafheim, nennt sie als eins der aktuell größten deutschen Talente im weiblichen Ringen „zielstrebig, sehr fleißig und nie ängstlich“. Auch verfüge Frotscher über ein herausragendes Bewegungsgefühl. Das schult sie in derzeit fünf Trainingseinheiten wöchentlich, zwei in Schaafheim, eine beim KSC Niedernberg und zwei im Ringer-Leistungszentrum in Aschaffenburg. Zu ihren Förderern zählen neben ihrem Vater und Yildiz auch ASV-Ringer Jens Steiniger und HRV-Landestrainer Peter Weisenberger.
Ob das große Teamwork rund um ihre Laufbahn sogar in eine WM-Medaille mündet, zeigt sich ab Donnerstag: Dann stehen die ersten K.-o.-Runden ihres Limits an. Am Freitag folgen die Duelle um die Medaillen - und Hanna Frotscher will auch zu diesem Zeitpunkt noch im Rennen sein.

Bericht: Jens Dörr (jed) für Main Echo Aschaffenburg

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