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07.03.2020 - Widerstreitende Interessen, die kaum zu schlichten sind
Vereinsvertretersitzung zur Planung der Hessischen Ringerligen

Jedes Jahr das gleiche Szenario: Mit der Planung der Hessischen Ringerligen können nicht alle Vereine vollends zufriedengestellt werden. Dabei liegt das Problem nicht beim Hessischen Ringer-Verband, sondern bei den Vereinen selbst. Dass die Quadratur des Kreises nicht gelingen kann, haben diesmal wenigstens einige Vereinsvertreter zustimmend zur Kenntnis genommen.
Im letzten Jahr war die Oberliga mit acht, die Hessenliga mit ursprünglich sieben und die beiden Verbandsligen mit jeweils neun Mannschaften besetzt. Daraus ergab sich für die Ermittlung der Kampfpaarungen in der Ober- und Hessenliga ein Achter- und in den Verbandsligen ein Zehnerschlüssel. Für Vereine mit zwei Mannschaften häufig ein Problem, weil deren Heim- und Auswärtskämpfe nicht am gleichen Wettkampftag stattfinden konnten. Der HRV will deshalb dieses Jahr - unabhängig von der Klassenstärke - für alle Ligen einen Zehnerschlüssel anwenden. Das passt wiederum einigen Vereinen nicht, die zum Teil während der Runde mehrwöchige Wettkampfpausen hinnehmen müssen und zudem gerne später mit der Verbandsrunde beginnen möchten.

Ein weiterer Widerstreit resultiert aus der Regelung, dass bis Ende Februar kostenfrei eine Mannschaft aus einer Liga zurückgezogen werden kann. Davon machte diesmal der KSV Neu-Isenburg Gebrauch, der mit Datum vom 28.02.2020 fristgerecht seine Mannschaft aus der Oberliga abmeldete und einen Antrag auf Eingruppierung in die Hessenliga stellte. Der späte Termin für einen Mannschaftsrückzug wurde bei der Vereinsvertretersitzung kritisiert. Der KSV Waldaschaff wollte als Hessenligazweiter ursprünglich in die Oberliga aufsteigen. Der HRV lehnte noch im Februar ab, weil das zu einer Ausdünnung der Hessenliga auf fünf Mannschaften geführt hätte. Nach dem Aufstieg des ASV Schaafheim in die Oberliga und dem Abstieg von Neu-Isenburg in die Hessenliga sieht die Sache aber anders aus. Jetzt wäre man froh, wenn der KSV Waldaschaff in die Oberliga aufsteigen würde. Der Spessartclub kann das aber nicht mehr, weil mittlerweile drei Ringer den Verein verlassen haben, die gerne in der Oberliga ringen möchten.

Auf der Basis der widerstreitenden Interessen wurde vom Verband nach intensiven Gesprächen eine Ligeneinteilung vorgelegt, die wenigstens im Großen und Ganzen auf Zustimmung stieß. Die Oberliga wird nach dem Neu-Isenburger Rückzug nur mit sieben Mannschaften besetzt sein. Die Bundesligisten KSC Hösbach und SC Kleinostheim konnten überzeugt werden, ihre zweiten Mannschaften in der Hessenliga ringen zu lassen, die mit den regulären Aufsteigern AC Goldbach und KSV Rimbach II sowie dem KSV Neu-Isenburg nun mit neun Mannschaften bestückt ist. Das wiederum hätte zur Ausdünnung der neugeplanten Landesliga geführt. Die zweiten Mannschaften des KSV Seeheim, SV Fahrenbach und TSV Gailbach wurden von der Verbands- in die Landesliga hochgestuft, für die sie sich nicht qualifiziert hatten. Die Vereine erhoben keine Einwände gegen diese Einteilung. Die Landesliga wird infolgedessen planmäßig mit acht Mannschaften besetzt sein. In der Verbandsliga ergab sich daraus aber keine Lücke, denn mit den Rückziehern RV Haibach, RWG Alzenau/Kahl und KSC Krombach sowie den neu gemeldeten Mannschaften RWG Mömbris/Königshofen II, Eintracht Frankfurt, RC Erlensee und SV Einigkeit Aschaffenburg-Damm ist diese Klasse mit zehn Mannschaften besetzt.

Die Ligeneinteilung für die Saison 2020
Oberliga Hessen
SV Fahrenbach, TSV Gailbach, SC Großostheim, RWG Mömbris/Königshofen, KSC Niedernberg, KSV Rimbach, ASV Schaafheim

Hessenliga
AC Goldbach, ASV Griesheim, KSC Hösbach II, SC Kleinostheim II, FSV Münster, KSV Neu-Isenburg, KSV Rimbach II, KSV Seeheim, KSV Waldaschaff

Landesliga
SG Arheilgen, ASV Dieburg, RSV Elgershausen, SV Fahrenbach II, TSV Gailbach II, ASV Schaafheim II, KSV Seeheim II, KSV Wersau

Verbandsliga
SV Einigkeit Aschaffenburg-Damm, RWG Alzenau/Kahl, RC Erlensee, Eintracht Frankfurt, RSC Fulda, RV Haibach, KSC Krombach, RWG Mömbris/Königshofen II, KSV Michelstadt, KSV Weiher

Der HRV will die Terminplanung bis spätestens Ende März fertigstellen, damit die Vereine in die Hallenbelegung einsteigen können. Die Vereine können Wunschlose bis 15.03.2015 kundtun, es wird also nicht einfach gelost.

Ein gut gemeinter, aber nicht unproblematischer Vorschlag kam vom Gailbacher Vorsitzenden Felix Radinger. Für die Saison 2021 sollten prinzipiell Achterligen angestrebt werden. Um dies zu erreichen soll von unten aufgefüllt werden, sodass zumindest für die Ober-, Hessen- und Landesliga Achterligen garantiert seien. Beim Hessischen Ringer-Verband rennt Radinger damit offene Türen ein, der Verband will das schon seit einigen Jahren. Zu realisieren ist dies aber nur, wenn es hinter dem Meister auch weitere Zwangsaufsteiger gibt. Das gab es alles schon mal in den Hessischen Ligen, führte aber dazu, dass Mannschaften nach der Ligenplanung zurückgezogen wurden.

Bisher gab es in der Verbandsliga den sogenannten Gastringerstatus. Danach konnten in einer Mannschaft maximal drei Ringer aus höchsten zwei anderen Vereinen eingesetzt werden. Diese Ringer durften aber in der betreffenden Runde nicht für ihren Stammverein ringen. Die Ausdehnung dieser Regelung auf die Landesliga oder gar alle Ligen wurde andiskutiert, aber kein Beschluss gefasst. Ein solcher Beschluss könnte nicht mehr für die kommende Saison greifen, könnte erst in der Verbandsrunde 2021 wirksam werden. Frühestens zur Saison 2021 kann auch eine Änderung der Mannschaftsstärken greifen, wie sie der KSV Rimbach für die Hessenliga forderte. Mit deutlicher Mehrheit wurde dies von den Hessenligisten abgelehnt, weil viele schon in ihrer Mannschaftsplanung weit gediehen sind.

Die Saison in den Hessischen Ligen beginnt am 22. August und endet am 18./19. Dezember. Am letzten Kampftag ist es den Vereinen anheimgestellt, ob sie am Freitag oder am Samstag ringen wollen. Für Samstag den 19. Dezember ist allerdings auch das Jugendligafinale geplant, für das noch ein Ausrichter gesucht wird. Meldeschluss für die Jugendliga ist der 30.04.2020. Zeitnah nach dem Meldeschluss wird es eine Sitzung der an der Jugendliga beteiligten Vereine geben, in der der Ablauf der Liga und die Richtlinien besprochen werden.

Bemerkenswert ist, dass an die Vereinsvertretersitzung Anträge gestellt und auch darüber abgestimmt wurde. Hinter solchen Verfahrensweisen steht ein dickes Fragezeichen, sie sind nicht satzungsgemäß. Beschlüsse können nur von den Organen des Hessischen Ringer-Verbandes gefasst werden und dazu zählt laut HRV-Satzung eine Vereinsvertretersitzung nicht. Solche Sitzungen sind zwar durchaus sinnvoll, sie können nach jetzigem Satzungsstand aber nur beratenden Charakter haben.
hg

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