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Aktuell Bezirk Darmstadt-Odenwald
18.06.2020 - KSV Wersau sieht einer Verbandsrunde 2020 skeptisch entgegen

Der Hessische Ringer-Verband hat für den 27.06.2020 zu einer Vereinsvertretersitzung eingeladen, in der die Situation und das weitere Vorgehen hinsichtlich der Mannschaftskämpfe 2020 beraten werden soll. Dabei geht es folgende Fragen: Sollen in diesem Jahr Mannschaftskämpfe überhaupt stattfinden? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Sollen Kämpfe mit Zuschauern oder mit einer Zuschauerbeschränkung (100?) stattfinden? Soll eine mögliche Mannschaftsrunde auch in das Jahr 2021 reichen dürfen? Wie in vielen anderen Vereinen, wurde die angespannte Situation in den Vereinsgremien des KSV Wersau diskutiert und die Ergebnisse dem Bezirksvorstand zur Kenntnis gebracht.
Die Odenwälder haben zwar Anfang Juni wieder mit kontaktlosem Training begonnen, sehen einer Verbandsrunde aber skeptisch entgegen: "Wir halten aktuell die Verbandsrunde für nicht durchführbar, da nicht genügend Sicherheit zur Vermeidung der Ansteckung beim Ringen und beim Training möglich ist. Als Beispiel aus unseren Verein: Daniel Seibold trainiert in Wersau, in Rimbach und beim HRV. Er würde im Falle einer Ansteckung (von sich oder einem Trainingspartner) den gesamten HRV und viele weitere Vereine lahm legen" Die Wersauer Verantwortlichen befürchten nach einem Positivtest eine Quarantäne, die in der Folge viele Trainingseinheiten und Wettkämpfe unmöglich machen würde.

Der Verein betont die Fürsorgepflicht gegenüber seinen Sportlern, die möglicherweise aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust auch nicht ringen wollen. Einige Sportler würden in der Lebensmittel-Branche oder in systemrelevanten Berufen arbeiten. Sie bekämen im Falle einer Infektion große Probleme an ihrem Arbeitsplatz. Damit stellt sich für den KSV Wersau die Frage, ob man überhaupt eine komplette Mannschaft auf die Matte bringen kann.

Ringen ohne Zuschauer ist für den KSV keine Option. Es wäre aus finanzieller Sicht nicht tragbar, da Eintrittsgelder, Verkaufseinnahmen und Hallenwerbung existenziell notwendig seien. Auch die derzeit gültigen hessischen Regelungen, die Veranstaltungen bis 100 Teilnehmern möglich machen sollen, sind für die Odenwälder kein Thema: "Fast alle Vereine haben zu kleine Hallen um überhaupt 100 Zuschauer mit Mindestabstand zu besetzen." Zudem hat sich die Bundesregierung erst dieser Tage mit den Bundesländern darauf verständigt, Großveranstaltungen bis Ende Oktober zu untersagen.

Bei aller Skepsis hinsichtlich einer Verbandsrunde 2020 wollen die Wersauer Verantwortlichen den Kopf nicht in den Sand stecken und hoffen auf bessere Zeiten: "Ich hoffe nur, dass diese Pandemie nicht zu lange andauert, damit das Ringen weiter geht und auch das Vereinssterben nicht noch weiter zunimmt" gibt Vereinsvorsitzender Thomas Seibold zu Protokoll.
hg

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