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Aktuell Bezirk Darmstadt-Odenwald
10.12.2020 - Mit mehr Sport gegen die Auswirkungen von Corona
Appell an die Hessische Landesregierung - Landessportbund Hessen befürchtet Ausbluten des bewährten Sportvereinssystems

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat erneut weitreichende Einschränkungen für die Bevölkerung und die meisten gesellschaftlichen Gruppierungen mit sich gebracht. Betroffen davon sind auch Hessens Sportvereine und deren Mitglieder.
Die Frage, die sich im Kontext generell stellt, lautet: "Ist es - beispielsweise zur Stärkung der physischen und psychosozialen Gesundheit – nicht sinnvoll, einen verantwortbaren Sportbetrieb zuzulassen?" Diese Position hat der Landessportbund Hessen e-V. vor kurzem 'in einem Brief an die Hessische Landesregierung vertreten. Die wesentlichen Inhalte daraus
sind nachfolgend veröffentlicht.
Mit dem Appell, ab Dezember wieder einen an coronabedingte Notwendigkeiten angepassten Vereins- und Breitensport zu ermöglichen, hat sich der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) an Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier gewandt und in einem Brief die Rückkehr zu einem ,"verantwortbaren Sportbetrieb in den Vereinen" gefordert. Dazu gehört für den lsb h die Ermöglichung des Trainingsbetriebs im Kinder- und Jugendsport - selbstverständlich unter Einhaltung der Hygienekonzepte. Außerdem sei die Rückkehr zu der aus dem Frühjahr bekannten und bewährten Begrenzung von Gruppengrößen beim Sporttreiben nötig. Schwimmbäder sowie Gesundheits- und Fitnessstudios sollten in der hessischen Corona-Verordnung den Sportstätten gleichgestellt und deren Öffnung damit möglich werden. Letztlich sollte der Schul-, Reha-, Spitzen- und Profisport weiter möglich bleiben. Generell, so der Landessportbund, sollte mittels stärkerer Differenzierungen der Corona-Auflagen mehr Sport gestattet werden.

Kinder- und Jugendliche im Blick
"Es ist unstrittig, dass Sport einen zentralen Beitrag zur physischen und psychosozialen Gesundheit leistet. Zudem muss bei politischen Entscheidungen der Blick viel stärker als bislang auf die Gesundheits- und Bildungsfunktionen, die der Sport insbesondere für Kinder und Jugendliche bereithält, gerichtet werden. Insgesamt sollten die Potenziale des Sports zur Bekämpfung der Pandemie und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen stärker genutzt werden. Unsere Sportvereine und Sportverbände haben im Übrigen bewiesen, dass sie anspruchsvolle Hygienekonzepte umsetzen und Kontakte nachvollziehen können", begründete Müller das Ansinnen des Landessportbundes.

"Die 7.600 hessischen Sportvereine werden ausbluten" sagte lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller in Frankfurt weiter. Vor allem die seit September geltenden regionalen Einschränkungen und der seit Anfang November verordnete Breitensport-Lockdown machten den Vereinen erheblich zu schaffen und belasteten auch deren Mitglieder. Sollte der aktuelle Breitensport-Lockdown bis ins neue Jahr fortgeführt werden, "dann droht unserem bewährten und für unsere Gesellschaft gerade jetzt besonders wichtigen Vereinssystem nachhaltiger Schaden", fürchtet der lsb h-Präsident.

Förderung zum Erhalt der Strukturen
Um diesen Schaden abzuwenden, müssten beiden Hilfsprogrammen des Bundes zudem die spezifischen Rahmenbedingungen der Sportvereine, und zwar gerade die der mittleren und großen Vereine, die eigene Sportstätten bewirtschaften, stärker berücksichtigt werden. "Die Entwicklung, die wir zurzeit sehen, gleicht einer langsamen Auszehrung. Deshalb müssen die bisherigen wirtschaftlichen Nothilfen des Bundes in eine finanzielle Förderung zur Strukturerhaltung überführt werden", so Müller.

Mit Blick auf die Umsetzung zukünftiger Corona-Verordnungen bot Müller abschließend die Unterstützung des Landessportbundes bei der Entwicklung einer dringend notwendigen, mittelfristigen Perspektive für Sportvereine und damit auch für mehr Lebensqualität in Hessen an.
Ralf Wächter / Sport in Hessen

Aktuelle Infos rund um die Einschränkungen, die Sportvereine durch die Pandemie betreffen, oder auch Antworten auf häufig gestellte Fragen, sind auf der Internetseite des Landessportbundes Hessen e.V. unter yourls.lsbh.de/corona zu finden.

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