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Hessische Landesmeisterschaften 2002 Männer Griechisch Römisch 2002 
02.03.2002
Hessische Landesmeisterschaften 2002 Männer Griechisch Römisch
Ausrichter AC Bavaria Goldbach
Halle Sporthalle Am Weberborn
Adresse Weberborn 28, Goldbach
Ausschreibung Download
Bericht Hessenmeisterschaften Männer griechisch-römischer Stil in Goldbach
Die Hessenmeisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil wurden zu einem Festival für die Ringer aus dem Bezirk Main-Spessart. In der Goldbacher Sporthalle am Weberborn errangen die Sportler vom bayrischen Untermain fünf der sieben Titel und belegten in der Vereinswertung fünf der sechs prämierten Plätze in der Vereinswertung. Nur die Nordhessenringer Aschod Bogdanow (Immenhausen) und Alexander Herdt (Elgershausen) drangen in die Phalanx der Main-Spessart-Ringer ein und errangen jeweils einen Hessentitel. Blamabel dagegen das Abschneiden der zweitgrößten Unterorganisation im Hessischen Ringer-Verband, des Bezirks Darmstadt-Odenwald. Blamabel auch, dass die südhessischen Oberligavereine AV Schaafheim und FSV Münster keinen einzigen Ringer auf die Goldbacher Matten brachten.
Mit der Teilnehmerzahl war Goldbachs Vorsitzender Toni Kunkel, zugleich Leistungssportreferent des Hessischen Ringer-Verbandes, überhaupt nicht einverstanden. "Wenn von 123 gemeldeten Ringern nur 87 erscheinen, ist das sehr enttäuschend", meinte Kunkel und kritisierte insbesondere, dass Vereine aus dem Umkreis von 10 Kilometern nicht den Weg nach Goldbach fanden. Darunter waren zwei Vereine, die dem ACB besonders nahe stehen, dem Jubilar aber zum 100. Geburtstag nicht die Ehre gaben.
Das sportliche Niveau ordnete der Leistungssportreferent allerdings hoch ein: "Die Qualität war hervorragend, wir haben sehr gute Kämpfe gesehen." Ein gutes Niveau attestierte auch Landestrainer Peter Behl dem Goldbacher Turnier und registrierte zugleich einen Generationswechsel. "Wir haben hier viele 17- bis 22-jährige Ringer gesehen, die älteren fehlen weitgehend." Auf den jungen Athleten ruhen die Hoffnungen des Landestrainers. A-Jugendringer wie Bengt Trageser, Sebastian Büttner, Björn Böttcher (alle RWG) und Adrian Patalong (Kleinostheim) behaupteten sich bei den Männer und das war der positive Aspekt der Hessenmeisterschaften. "Diese jungen Ringer müssen von HRV-Vereinen gefördert und anständig entlohnt werden", forderte Peter Behl und befürchtet ein Abwandern in andere Landesverbände, wenn dies nicht geschieht. Als negatives Beispiel nannte der Landestrainer den dritten Deutschen Meister Tim Zewetzki, der nach Freiburg in die Bundesliga wechselt.
Der Blick auf die Liste der erfolgreichen Nachwuchsathleten zeigt aber auch, dass diese nur aus einer handverlesenen Schar von Vereinen kommen und damit begründet Peter Behl auch die rückläufigen Teilnehmerzahlen: "Die Anzahl der teilnehmenden Vereine wird immer geringer. Es kommen nur noch die Vereine, die eine gute Nachwuchsarbeit betreiben. Sie nutzen die Hessenmeisterschaften, um ihren Nachwuchs zu präsentieren."
Einer der Glanzpunkte der Goldbacher Veranstaltung setzte Bengt Trageser. Das RWG-Nachwuchstalent schaltete im Pool den Goldbacher Routinier Piotr Jablonski aus und behauptet sich auch im Finale gegen den Immenhäuser Wasili Zelisch. Die erfrischende Art und Weise wie er Jablonski mit einem Wurf eine satte Dreierwertung verkaufte, nötigt Respekt ab und lässt für die Zukunft hoffen. Im Finale setzte Trageser noch einen drauf und erzielte mit einem Überwurf eine Fünferwertung.
Respekt auch vor der Leistung von Sebastian Büttner (RWG). Der 18-Jährige unterlag zwar im Finale der 84-kg-Klasse dem international erfahrenen Aschod Bogdanow mit 0 : 5, untermauerte aber seine Ansprüche auf höhere Weihen. Diese heimste sein gerade erst 22-jähriger Mannschaftskamerad Michael Carl schon ein. Der bundesligaerfahrenen RWG-Athlet gewann den Titel im Limit bis 96 Kilogramm auf tragische Weise. Finalgegner Klaus Schmitt, der in der kommenden Runde für die RWG ringen soll, kugelte sich den Arm aus und musste aufgeben. Eine Aufgabe auch im Finale der 74-kg-Klasse. Philipp Wissel, der nach einjährigem Gastspiel in Hösbach wieder zu seinem Heimatverein Mömbris-Königshofen zurückkehrt, ließ Jörg Kunz (Kleinostheim) nie eine Chance. Beim Stande von 1 : 9 passte der Kleinostheimer wegen einer Handverletzung. Wissel hinterließ einen bärenstarken Eindruck, er ist schnell, aggressiv und hebt gut aus.
Die Ergebnisse in den Klassen bis 55- und 66 kg passen nicht ganz in das von Peter Behl gezeichnete Bild, der Dominanz der jungen Ringer. Im Limit bis 55 kg war Routinier Fuat Yildiz ohne ernsthaften Gegner und in der 66-kg-Klasse kämpften mit Thorsten Dominik (Goldbach) und Ali Topsakal (Großostheim) zwei arrivierte Athletn um den Hessentitel. Im Duell zweier Freistilexperten war Topsakal der bessere Klassiker.
Ergebnisse Gesamtteilnehmerzahl: 87

55 kg:
1. Fuat Yildiz SV (Aschaffenburg-Damm)
2. Cafer Bilgin (RC Erlensee)
3. Jens Atzinger (RSV Olympia Kostheim)

60 kg:
1. Bengt Trageser (RWG Mömbris-Königshofen)
2. Wasli Zelich (TSV Immenhausen)
3. Piotr Jablonski (AC Goldbach)#
4. Steffen Kunkel (AC goldbach)
5. Dionysios Safaridios (Asv Dieburg)
6. Markus Stork (AV Groß-Zimmern)

66 kg:
1. Ali Topsakal (SC Großostheim)
2. Thorsten Dominik (AC Goldbach)
3. Björn Böttcher (RWG Mömbris-Königshofen)
4. Nikolai Schum (SV Aschaffenburg-Damm)
5. Uwe Höfler (TSV Gailbach)
6. Steffen Beck (SC Kleinostheim)

74 kg:
1. Philipp Wissel (KSC Hösbach)
2. Jörg Kunz (SC Kleinostheim)
3. Volkan Sertkaya (KSC Hösbach)
4. Christoph Apler (SC Kleinostheim)
5. Andreas Apler (SC Kleinostheim)

84 kg:
1. Aschot Bogdanov (TSV Immenhausen)
2. Sebastian Büttner (RWG Mömbris-Königshofen)
3. Marco Wissel (SC Wasserlos)
4. Alexander Fäth (RV Haibach)
5. Daminan Patalong (SC Kleinostheim)
6. Holger Heeg (AC Goldbach)

96 kg:
1. Michael Carl (RWG Mömbris-Königshofen)
2. Klaus Schmitt (SC Großostheim)
3. Bernd Fröhlich (AV Groß-Zimmern)
4. Alexander Hofbeck (SC Kleinostheim)
5. Adrian Patalong (SC Kleinostheim)
6. Sebastian Rüppel (TSV Gailbach)

120 kg:
1. Alexander Herdt (RSV Elgershausen)
2. Michael Beinert (ASV Griesheim)
3. Stefan Eckert (KSV Rimbach)
5. Stephan Kirschner (SC Wasserlos)
6. Brian Kern (RWG Mömbris-Königshofen)

Vereinswertung:
1. RWG Mömbris-Königshofen (22 Punkte)
2. SC Kleinostheim (16)
3. AC Goldbach (13)
4. SC Großostheim und TSV Immenhausen (jeweils 11 Punkte)6. KSC Hösbach (10)

Die Südhessenringer mussten sich mit zwei Bronzemedaillen durch Bernd Fröhlich (Groß-Zimmern) und Stefan Eckert (Rimbach) begnügen.

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