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Deutsche Meisterschaften - Männer - Freistil 2004 Männer (Freistil)
12.03.2004
Deutsche Meisterschaften - Männer - Freistil (Freistil)
Stilart Freistil
Altersklasse Männer
Ausrichter SC Kleinostheim
Halle Maingauhalle
Adresse Ludwigstraße 25, 63801 Kleinostheim
Bericht Gold für Thorsten Dominik (RWG Mömbris/Königshofen), Silber für Christian Kotschner (SC Kleinostheim) und der 2. Platz in der Länderwertung hinter Bayern, so die zufriedenstellende Bilanz des Hessischen Ringer-Verbandes bei den in Kleinostheim stattgefundenen Deutschen Meisterschaften der Männer im freien Stil.

Die hessischen Sportler übererfüllten damit die verhaltenen Erwartungen ihres Landestrainers Alexander Leipold, der ob des jungen Durchschnittsalters seiner Truppe die Erringung einer Medaille als „sehr schwer“ einstufte.

Ganz vorne erwartete Leipold dabei Thorsten Dominik. Der für den Ringer-Bundesligisten RWG Mömbris/Königshofen startende 26-jährige trainierte in die Gewichtsklasse 60 kg ab. Ein Schachzug, der voll aufging. Nach dem souveränen Gewinn seiner Vorrundengruppe, setzte er sich im Halbfinale gegen den Titelverteidiger und Top-Favoriten dieser Klasse Mario Koch (TuS Jena) mit 4 : 1 nach Punkten durch.

Unerwartet dagegen das Edelmetall für Christian Kotschner. Das erst 16 Jahre alte Ausnahmetalent vom gastgebenden SC Kleinostheim rang ein überzeugendes Turnier und zog nach einem 7 : 1 Punktsieg im Semi-Finale über den hoch gehandelten Kerim Ferchichi (KSV Schriesheim) ins große Finale der Gewichtsklasse 55 kg ein. Sein Gegner Kai Wedekind (AV Markneukirchen) war aber dann doch eine Spur zu clever. 0 : 3 hieß es am Ende.

Komplettiert wurde das gute Abschneiden der Hessen-Athleten durch den Einzug von Damian Patalong (SC Kleinostheim) ins kleine Finale der Gewichtsklasse 96 kg, wo er Nico Graf (AC Taucha) mit 0 : 6 unterlag.

Den Stempel aufgedrückt bekamen die Titelkämpfe in der an allen drei Wettkampftagen gut gefüllten Maingauhalle von zahlreichen jungen Athleten, die an die nationale Spitze streben und zunehmend den Platzhirschen ihre Reviere streitig machen. Eine Tatsache, die der Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes bereits vor Beginn der Kämpfe als Forderung formulierte: „Deutsche Meisterschaften im Olympiajahr müssen zugleich die Vorbereitung für einen Generationswechsel im Hinblick auf den neuen Olympiazyklus sein.“

Die Nationalen Titelkämpfe im freien Stil in Kleinostheim erfüllten die Forderung von Wolfgang Nitschke zumindest aus quantitativer Sicht. Über 100 der 144 gestarteten Athleten waren unter 24 Jahre. Anders die qualitative Seite. „Das Niveau war nicht so hoch, wie in den vergangenen Jahren.“, so dann auch das Fazit des hessischen Landestrainers Gerhard Weisenberger.

Maßgeblichen Einfluss auf den gesunkenen Altersdurchschnitt hatte auch der Hessische Ringer-Verband (HRV). Landestrainer Alexander Leipold nutzte die Möglichkeit der Meisterschaften im eigenen Land und nominierte eine 24-köpfige Auswahlstaffel, die gespickt war mit jugendlichen Hoffnungsträgern.

Orientieren sollten sich die jungen Sportlern dabei an den Arrivierten wie Thorsten Dominik und Felix Wissel. Während Dominik mit dem Titelgewinn dies hervorragend umsetzte, konnte sich Felix Wissel nicht wie erhofft in Szene setzen. Der Leistungsträger der RWG Mömbris/Königshofen entschied sich erst unmittelbar vor den Meisterschaften für einen Start in der Klasse 96 kg, musste jedoch seinem auf zahlreiche Verletzungen in den letzten Wochen zurückzuführenden Trainingsrückstand Tribut zollen. Die Niederlage im ersten Kampf gegen den späteren Titelträger Mesut Okcu (Berliner Ringer Bären) bedeutet das Aus für Leipolds Hoffnungsträger bereits in der Vorrunde.

Neben den drei Finalisten überstand aus dem Hessen-Aufgebot lediglich noch Patrick Dominik (SC Kleinostheim) die Vorrunde. Dominik scheiterte in der 60 kg - Klasse im Viertelfinale mit 0 : 3 Punkten an Stephan Spengler (Luckenwalder SC), dem späteren Finalgegner eines Bruders Thorsten.

Eine weitere Forderung des bundesdeutschen Cheftrainers Wolfgang Nitschke richtete sich an die Sportler, die die deutschen Farben bei den anstehenden Olympischen Spielen in Athen vertreten sollen: „Ich erwarte, dass sie in Kleinostheim ihre Leistungsstärke demonstrieren und die Vormachtstellung in ihren Gewichtsklassen untermauern.“

Problemlos gelang dies Sven Thiele. Der Schwergewichtler vom SV Halle war seinen Kontrahenten deutlich überlegen. Selbst der Halbfinalkampf gegen seinen potentiellen Nachfolger Marcus Hamann (TuS Jena) und das Finale gegen Markus Eichin (TuS Adelhausen) waren nicht mehr als Trainingseinheiten. Für Thiele war es der 13. Meister-Titel in Folge.

Anders die Lage in der Klasse 84 kg, in welcher der ehemalige Ukrainer Davyd Bichinashvili (VfK Schifferstadt) die Olympia-Fahrtkarte für den Deutschen Ringer-Bund löste. Bereits im Viertelfinale wandelte der Pfälzer am Rande einer Niederlage. Erst der Kampfrichterentscheid bei Punktgleichstand garantierte ihm gegen Marc Buschle (KSV Aalen) den Einzug ins Halbfinale. Nicht zuletzt in dieser Kategorie ist der Generationswechsel eingeläutet. Der Junioren-Vize-Weltmeister von 2003 Steffen Hartan (AC Lichtenfels) demontierte mit 9 : 1 den Titelverteidiger Andre Backhaus (AV Markneukirchen) und lieferte im Finale Bichinashvili einen lange Zeit ausgeglichenen Kampf.

Doch während Bichinashvili den Angriff der „Jungen Wilden“ gerade noch einmal abwehren konnte, gelang dies Alexander Leipold nicht. Der Top-Favorit und Abonnementmeister der Klasse 74 kg konnte seinen Vorjahres-Titel nicht verteidigen. In einer Neuauflage des Finales von 2003 unterlag Leipold Dominik Zeh (SV Hallbergmoos) kurz vor Schluß mit 3 : 4. Bereits im Halbfinale stand Leipold vor einer Niederlage. Erst unmittelbar vor dem Ende der dreiminütigen Verlängerung nutzte Leipold eine Unachtsamkeit seines Vereinskollegen vom VfK Schifferstadt Dennis Blum aus, konterte und machte aus einem 1 : 2 Rückstand noch einen 3 : 2 – Punktsieg.
Ergebnisse 55 kg (15 Teilnehmer) 1. Kai Wedekind (AV Markneukirchen) 2. Christian Kotschner (SC Kleinostheim) 3. Thomas Sedlmeier (SV Hallbergmoos) 6. Marcel Fornoff (FSV Münster) 14. Cem Güvener (KSC Hösbach) 15. Sven Schnepf (FSV Münster) 60 kg (25 Teilnehmer) 1. Thorsten Dominik (RWG Mömbris-Königshofen) 2. Stephan Spengler (1. Luckenwalder SC) 3. Mario Koch (TUS Jena) 7. Patrick Dominik (SC Kleinostheim) 9. Benjamin Fleckenstein (TSV Gailbach) 10. Michel Schneider (KSV Seeheim) 18. Tobias Vogt (RWG Mömbris-Königshofen) 21. Michael Heeg (AC Goldbach) 23. Florian Groß (SC Kleinostheim) 66 kg (26 Teilnehmer) 1. Christian Graupeter (SV Weingarten) 2. Olaf Bock (1. Luckenwalder SC) 3. Peter Engelhardt (SV Nürnberg) 22. Sascha Büchner (AC Goldbach) 25. Martin Daum (KSV Seeheim) 26. Marcus Plodek (KSV Rimbach) 74 kg (30 Teilnehmer) 1. Dominik Zeh (SV Hallbergmoos) 2. Alexander Leipold (VfK Schifferstadt) 3. Dennis Blum (VfK Schifferstadt) 13. Mario Wohlfahrt (KSC Hösbach) 24. Heiko Protze (TSV Gailbach) 25. Konstantin Fölk (SC Großostheim) 84 kg (20 Teilnehmer) 1. David Bichinashvili (VfK Schifferstadt) 2. Steffen Hartan (AC Lichtenfels) 3. Selami Akosman (FC Erzgebirge Aue) 14. Martin Arnold (SV Fahrenbach) 18. Tobias Jung (SC Kleinostheim) 96 kg (20 Teilnehmer) 1. Mesut Okcu (Berliner Ringer Bären) 2. Sven Kiefer (RG Hausen-Zell) 3. Nico Graf (AC Taucha) 4. Damian Patalong (SC Kleinostheim) 7. Kai Schmitt (KSV Rimbach) 10. Felix Wissel (RWG Mömbris-Königshofen) 120 kg (10 Teilnehmer) 1. Sven Thiele (SV Halle) 2. Markus Eichin (TUS Adelhausen) 3. Marcus Hamann (TUS Jena) 9. Christian Lombardi (SRV Kahl) Länderwertung 1. Bayern (53) 2. Hessen (45) 3. Sachsen (44)

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